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Servus, Frankfurt!

Der Spediteur cargo-partner unternimmt die nächsten Schritte: größere Importkontingente sollen über die Benelux-Staaten abgewickelt werden. „Frankfurt kann unter den Bedingungen der nächtlichen Sperrung Rhein-Mains auf Dauer die Anforderungen unserer Kunden nicht erfüllen.“ So die Aussage von Firmeninhaber und Geschäftsführer Stefan Krauter.

Stefan Krauter, Geschäftsführer der cargo-partner GmbH

Bisher war Frankfurt außerhalb des Heimatflughafens Wien der einzige Umschlagplatz mit überregionaler Bedeutung des in Fischamend bei Wien beheimateten Logistikers cargo-partner GmbH. Mittlerweile sieht man sich dort aber genötigt, die Planung alternativer Drehscheiben voranzutreiben: „Niemand gibt gerne eine Single-Hub-Politik auf. Dies erhöht die Betriebskosten und senkt die Leerkilometer“, hebt Speditionsinhaber Krauter hervor. „Aufgrund des Frankfurter Nachtflugverbots haben wir jedoch beschlossen, größere Importkontingente über die Flughäfen in den Beneluxstaaten abzuwickeln“, so der Manager. Vor allem via Amsterdam, weil der Platz rund um die Uhr geöffnet ist und sich die internationalen Frachtströme wegen der vielen Flugverbindungen dort schon seit Jahren bündeln. Als Umschlagplätze gewännen aber auch Lüttich oder Maastricht an Bedeutung, so Krauter. „Wir werden im nächsten Jahr zudem andere Flughäfen für Nutzungszwecke prüfen, wo wir derzeit aber noch über keine geeignete Infrastruktur verfügen, etwa Leipzig/Halle.“

Krauter präzisiert, dass es sich bei diesen Kontingenten um mehr als die Hälfte der für Osteuropa bestimmten Importe seines Unternehmens handelt. Nachteil der Verlagerung von Frankfurt auf Airports in den Beneluxländern: Die Straßentransporte werden länger, da die angelandeten Güter quer durch Deutschland gefahren werden müssten, um zu ihren Endzielen in Tschechien, Polen oder der Slowakei zu gelangen. Durch die im Vergleich zu Frankfurt längeren Lkw-Fahrten erhöht sich zwar der Ausstoß von Treibhausgasen, bedauert Krauter. Doch „das vom Kasseler Gericht verfügte vorläufige Nachtflugverbot für Frankfurt lässt uns leider keine andere Wahl“, sagt der Manager.

Dabei sind umweltverträgliche Wirtschaftsprozesse ein Kernanliegen des 1983 gegründeten Unternehmens. Als Nebeneffekt dieses Engagements sieht Krauter ökologisches Denken und Handeln auch als wichtiger werdenden Wettbewerbsfaktor: „Klima- und umweltkompatible Transportlösungen, wo immer sinnvoll anwendbar und umsetzbar, werden von Kunden zunehmend honoriert.“

Umso bedauerlicher sei, sagt der Firmenchef, dass die Kasseler Richter bei ihrem Beschluss ausschließlich die Lärmemissionen des Luftverkehrs zur Grundlage ihrer Entscheidung gemacht haben. Alle anderen ökologischen Folgeaspekte hätten sie offenbar ausgeblendet. Wie etwa die Verlagerung von Transporten auf die Straße, weil Waren von entfernter gelegenen Airports abgeflogen werden. Auch die infolge der Nachtflugsperre erforderlichen Zwischenlandungen einiger Lufthansa-Frachter in Köln/Bonn bewirkten hohe ökologische Folgeschäden. „Die Richter haben nicht nur dem Wirtschaftsstandort Deutschland mit ihrem Frankfurt-Urteil einen Bärendienst erwiesen, sondern gleichzeitig auch die Umweltbilanz unseres Nachbarlands verschlechtert“, resümiert Stefan Krauter.

Bei cargo-partner sind weltweit rund 2.300 Mitarbeiter beschäftigt, davon 180 in Deutschland. Der österreichische Logistiker hat im vergangenen Jahr 470 Millionen Euro durch Luft- und Seefrachtaktivitäten, Lkw-Verkehre und Kontraktlogistik umgesetzt.