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Initiative „Die Fracht braucht die Nacht“ auf dem 6. Luftverkehrskongress

Rund 100 Unternehmen stimmen für praktikable Betriebszeiten an deutschen Flughäfen

Die Initiative „Die Fracht braucht die Nacht“ präsentiert der Bundesregierung heute auf dem Luftverkehrskongress in Berlin die Ergebnisse ihrer bundesweiten Unterstützeraktion. Innerhalb von zwei Monaten haben sich rund 100 Unternehmen aus der Logistik- und Luftfrachtbranche mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für wettbewerbsfähige Flugzeiten an deutschen Verkehrsflughäfen ausgesprochen. Hinzu kamen weitere rund 10.000 Stimmen von Einzelpersonen. „Die vielen gesammelten Stimmen zeigen, wie wichtig der Nachtflugbetrieb für die Speditionen, Fluglinien und andere Logistikdienstleister und die davon abhängigen Arbeitsplätze ist“, so Ewald Heim, Geschäftsführer der Initiative „Die Fracht braucht die Nacht“.


Auf dem sechsten Luftverkehrskongress zum Thema “Luftverkehrsstandort Deutschland stärken – Mobilität sichern, Wachstum verantwortungsvoll gestalten” ist die Initiative mit einem eigenen Ausstellungsstand vertreten. Heute treffen sich auf Einladung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen ADV und der Deutschen Lufthansa AG hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Haus der Deutschen Wirtschaft.


Job- und Wirtschaftsmotor Luftfracht

Das Motto des Luftverkehrskongresses gilt auch für das Anliegen der Initiative. Denn sie macht den Stellenwert der Luftfracht für den Logistikstandort deutlich. Rund 40 Prozent des Wertes heimischer Ausfuhren werden über den Luftverkehr in die ganze Welt transportiert. Allein in den ersten drei Quartalen 2010 schlugen deutsche Flughäfen nach Angaben des Statistischen Bundesamts knapp 3 Millionen Tonnen Luftfracht um, was einer Steigerung von 26,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Nachtflüge sind dabei ein wichtiger Bestandteil für funktionierende globale Logistikketten. Zeitkritische Güter müssen per Nachtsprung transportiert werden, um am nächsten Morgen vor Ort verfügbar zu sein. Absolute Nachtflugverbote gefährden die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Flughäfen und der gesamten exportorientierten Industrie. Denn die wichtigen europäischen Luftverkehrsdrehkreuze, die mit dem Standort Deutschland im Wettbewerb stehen, beispielsweise Amsterdam, Paris, London oder Madrid, gewährleisten wirtschaftlich notwendige Nachtflüge. Zudem wäre ein absolutes Nachtflugverbot ein falsches Signal für die vielen Logistik-Unternehmen, die sich im Umfeld von Flughäfen angesiedelt haben. Schätzung zufolge hängen etwa 84.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt oder indirekt von Flugbewegungen in der Nacht ab.


Logistik braucht einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen

Die Initiative „Die Fracht braucht die Nacht“ setzt sich für einen fairen Interessensausgleich zwischen den Belangen der Anwohner und den wirtschaftlichen Anforderungen der exportierenden Industrie ein. Sie fordert verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen, die den Unternehmen die nötige Planungssicherheit für ihre Investitionen an den deutschen Luftverkehrs-Drehkreuzen verschafft. Dies war auch die Botschaft, mit der die Initiative im September 2010 zur bundesweiten Unterschriftenaktion aufgerufen hat. Das Ergebnis zeigt, welche Bedeutung das Thema Nachtflugbetrieb für die Existenz insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen hat.

Eine Übersicht der Unterstützer finden sie hier: Unterstützer