
Wolfgang Neumann von Panalpina
Sollten in Frankfurt nachts keine Frachtflugzeuge mehr fliegen dürfen, müssten Sendungen von Exportfirmen aus Nürnberg und dem fränkischen Raum teilweise zu entfernter gelegenen Flugplätzen wie Brüssel, Amsterdam oder Paris getruckt werden. „Viele der hier ansässigen Lieferanten sind mit ihren Produkten auf dauerhaft geöffnete Flughäfen angewiesen, damit ihre Waren schnellstmöglich zu den Empfängern gelangen“, sagt Wolfgang Neumann vom Logistikkonzern Panalpina. „Zum Frankfurter Flughafen sind es nur 250 Kilometer von hier, nach Brüssel oder Paris aber 600-700“, vergleicht der Spediteur die Streckendistanzen. Deutlich längere Lkw-Fahrten aber bedeuten, moniert der Nürnberger Abteilungsleiter für Luft- und Seefracht, „dass sich die Ökogesamtbilanz der hiesigen Luftfrachtbranche weiter verschlechtert“. Zudem führe dies zu einer höheren Belastung des ohnehin hoch beanspruchten öffentlichen Straßennetzes, gibt Neumann zu bedenken.
Er verweist darauf, dass eine mögliche nächtliche Schließung Frankfurts für die fränkische Exportindustrie erhebliche Wettbewerbsnachteile brächte. Denn „je weiter ein Lkw fahren muss, desto teurer werden die Transporte“, sagt Neumann. Hinzu komme der zeitliche Nachteil, da die Produkte länger unterwegs sind, wenn sie in andere europäische Länder zum Abflug gefahren werden müssten. Das werde sich nachteilig auf die internationale Konkurrenzfähigkeit der fränkischen Wirtschaft auswirken.
Die Importeure sieht er ebenfalls benachteiligt. Durch längere Lkw-Laufzeiten würden sich die Transitzeiten für deren Einfuhren deutlich verzögern, sollten die Sendungen nicht via Frankfurt, sondern über weiter entfernt gelegene europäische Airports eingeflogen werden.
Fazit des Managers: Sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht wären weitere Betriebseinschränkungen an deutschen Luftfrachtdrehscheiben eher kontraproduktiv. Auch aus sozialen Gründen: Denn mit einer Frachtverschiebung zu anderen europäischen Flughäfen wären gleichzeitig Arbeitsplätze im Einzugsgebiet des Frankfurter-Flughafens gefährdet, einschließlich des fränkischen Raums.