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„Ein völliges Nachtflugverbot ist katastrophal.“

Marcel Riwalsky, Sektionssprecher Darmstadt des Wirtschaftsrats Deutschland im Gespräch

Wie sehen Sie Deutschland als Logistikstandort heute aufgestellt?

Transport und Logistik gelten zu Recht als zentrale Wachstumsfaktoren und -chancen. Meist ist im Logistikumfeld ein ökologischer Ressourcenverbrauch unumgänglich. Deshalb muss gerade hier auf faire Wettbewerbsbedingungen mit EU- und vor allem mit Nicht-EU-Ländern geachtet werden. Ob dies bei unklaren Regelungen oder unzureichenden Kontrollen im grenzüberschreitenden Lkw-Verkehr immer der Fall ist, ist zu hinterfragen. Gleiches gilt im Luftverkehr: Subventionierte Flughäfen und billiger Sprit sind Alltag in einigen Teilnehmerstaaten der globalisierten Wirtschaft.

Welche Bedeutung hat denn ein zentraler Flughafen für die heimische Wirtschaft?

Für uns in Hessen ist der Ausbau des Frankfurter Flughafens ein Projekt, das derzeit alle anderen in den Schatten stellt. Dieses Projekt hat einen nationalen Charakter – nicht aufgrund der erheblichen Investitionssumme, sondern aufgrund der hohen Bedeutung von FRA für die internationalen Verkehrsanbindungen. Dabei ist die Zahl der zulässigen Nachtflüge von entscheidender Bedeutung. So dramatisch alleine das Nachtflugverbot für den Fracht-Hub Frankfurt wäre, umso schlimmer wäre das Signal für die Exportnation Deutschland. Deutschland nachts geschlossen? Kaum vorstellbar.

Wie könnte denn ein fairer Interessensausgleich aussehen?

Interessen von Bürgern, Anwohnern, Arbeitnehmern, Spediteuren, exportierendem Gewerbe und Luftfrachtunternehmen gehören allesamt berücksichtigt. Insofern ist eine Reduktion der Nachtflüge auf eine für die deutsche Exportwirtschaft notwendiges Minimum zu begrüßen. Ein völliges Verbot wäre hingegen als katastrophal anzusehen.

Der Unternehmensberater Marcel Riwalsky ist Sektionssprecher Darmstadt des Wirtschaftsrats Deutschland sowie Gründer und Leiter der CRM-Event-Reihe. Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. ist ein bundesweit organisierter unternehmerischer Berufsverband mit derzeit rund 11.000 Mitgliedern. Er vertritt Interessen der unternehmerischen Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Die CRM-Event-Reihe beschäftigt sich im Zusammenwirken mit dem Wirtschaftsrat mit Kundenbeziehungsmanagement in Wirtschaft, Verwaltung und Politik.