In den vergangenen 40 Jahren ist der durch Flugzeuge verursachte Lärm um 75 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig konnte der Ausstoß des Treibhausgases CO2 um 70 Prozent reduziert werden. Darauf wies Rainer Ohler in einem Vortrag vor dem norddeutschen Luftfahrt-Presseclub in Hamburg hin. Damit habe, betonte der beim europäischen Flugzeughersteller Airbus verantwortliche Leiter für Kommunikation und Umwelt, die Luftfahrtindustrie einen bedeutsamen umweltpolitischen Beitrag geleistet. Zugleich merkte er selbstkritisch an, dass die Branche in Sachen Ökologie im Unterschied etwa zu den Autoherstellern in der öffentlichen Wahrnehmung ein ausgesprochen schlechtes Image habe. “Weite Teile der deutschen Bevölkerung empfinden die Luftfahrt als Lärmverursacher und Umweltverschmutzer Nummer eins”, sagt der Manager. Dies vor allem deshalb, weil die Industrie die großen technischen Fortschritte bei der Lärmreduktion und Kerosinverbrennung nur unzureichend kommuniziert habe. “In Sachen Umweltpolitik haben wir viel zu lange im Elfenbeinturm gehockt, anstatt unsere technischen Erfolge und die damit verbundenen positiven Folgen für Mensch und Umwelt der breiten Öffentlichkeit offensiv darzustellen”, so Ohler.

Ähnlich argumentierte der Leiter des Zentralbereichs Umwelt am Hamburger Flughafen, Axel Schmidt. Er verwies darauf, dass noch 1997 die von Flugzeuglärm betroffene Fläche rund um den Hamburger Airport 20,4 Quadratkilometer betrug. Dank leiserer Triebwerke und modernerer Flugzeuge sind es derzeit lediglich 13,3. “Aufgefressen” werde dieser Fortschritt teilweise aber durch die gestiegene Lärmsensibilisierung der Bürger, sagte Schmidt. Wurde vor gut zehn Jahren noch ein Schallpegel von durchschnittlich 65 dB(A) allgemein als tolerabel empfunden, hat sich dieser Wert inzwischen auf 58 bis 57 reduziert. Dies entspricht etwa der Zimmerlautstärke eines Radios oder Fernsehgeräts im Abstand von einem Meter zum Nutzer. Am Hamburger Flughafen gingen jährlich im Schnitt rund 2.000 Beschwerden von Bürgern wegen Lärmbelästigung ein. Davon stammten 800 von lediglich zwei Absendern aus den schleswig-holsteinischen Umlandgemeinden Pinneberg und Henstedt-Ulzburg, sagte Schmidt. Vom Flughafenzaun bis Pinneberg beträgt die Luftliniendistanz etwa acht Kilometer, bis Henstedt-Ulzburg circa zwölf.