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Arbeitnehmermarkt mit ungewisser Zukunft

Karl-Heinz Geier hat viel zu tun. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der in Mörfelden-Walldorf beheimateten Logistic People (Deutschland) GmbH. Sein Unternehmen vermittelt schon seit mehr als zehn Jahren Fachkräfte an Airlines, Speditionen, Reedereien oder Abfertigungsfirmen. Ein Blick auf die Homepage zeigt: Es sind dort Hunderte von Kundenprofilen aufgereiht. Ob Teamleiter Logistik, Speditionskaufmann/frau, Betriebswirt, Luftfrachtabteilungsleiter oder Lager- und Beschaffungslogistiker: Fachkräfte sind ein rares Gut. „Wenn ein Bewerber bei uns im Büro sitzt, der mehrjährige Berufserfahrung in der Luftfracht hat, können wir ihm momentan bei rund einem halben Dutzend Firmen einen Arbeitsplatz anbieten“, so Geier. Für Vertriebsfachleute, Datenschutz- und Sicherheitsexperten oder Exportsachbearbeiter sind das nach Aussage des Managers geradezu „paradiesische Zustände“.

Karl-Heinz Geier, Inhaber und Geschäftsführer der Logistic People (Deutschland) GmbH.

Dass auch für die Beschäftigten die Bäume nicht in den Himmel wachsen, zeigt die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Seinerzeit brach das Luftfrachtvolumen um rund 30 Prozent ein, sodass eine ganze Reihe von Firmen temporäre Einstellungsstopps verfügten, Kurzarbeit anordneten oder sich sogar von Mitarbeitern trennten.
Die derzeitige Eintrübung des internationalen Wirtschaftklimas durch Europakrise, US-Verschuldung und die bröckelnden Wachstumsraten speziell einiger EU-Länder zeige aber noch keine Auswirkung auf den hiesigen Faktormarkt, sagt Geier. „Die Nachfrage der Transportbranche nach qualifizierten Arbeitskräften ist ungebrochen hoch.“

Ob das so bleibt, hänge auch davon ab, wie sich die Zukunft des Frankfurter Flughafens gestalte. Sollte das Bundesverwaltungsgericht für Deutschlands größten Flughafen ein Nachtflugverbot verfügen, „werden hier zwar nicht die Lichter ausgehen, aber es wird zu Verlagerungsprozessen kommen und damit zur Abwanderungen von Firmen und Jobs“, ist sich der Manager sicher. Eine paradoxe Situation würde eintreten: „Das Aufkommen an Luftfracht wächst beständig, aber für den Umschlag von Cargosendungen stünde in dem Fall weniger Zeit zur Verfügung. Amsterdam oder Lüttich würden sich freuen, denn ein Teil des Frankfurt-Verkehrs würde auf diese oder andere Standorte mit 24-stündiger Öffnung ausweichen. Wenn ein Konkurrent ein zusätzliches Handicap bekommt, bringt das den Wettbewerbern einen klaren Vorteil“, sagt Geier.

Noch aber hofft er auf weitere Nachtflüge in Frankfurt, schon wegen der Beschäftigungssituation. Sollte die Betriebzeiten des Airports jedoch vom Gericht stark eingeschränkt werden, will Geier sich mit seiner Logistic People GmbH bei seinen Vermittlungstätigkeiten stärker auf die Seefracht konzentrieren. Denn „den Hamburger Hafen werden sie nachts ja wohl nicht schließen, weil der Güterumschlag und der Schiffsverkehr auf der Elbe einigen Anliegern nicht passt“.