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Airport Manchester plant Megaprojekt

Der Flughafen Manchester rüstet sich für die Zukunft. Unter dem Arbeitstitel „Airport City“ soll ein gigantisches Infrastrukturprojekt entstehen, das es sogar mit vergleichbaren Vorhaben in Dubai aufnehmen soll. Die vorliegenden Pläne sehen die Errichtung großflächig angelegter Logistik-, Büro- und Frachtabfertigungskomplexe sowie Standorte für Forschungseinrichtungen und Technologie- sowie Medizinzentren vor. Auch Flächen für die Ansiedlung von produzierendem Gewerbe, Hotelanlagen sowie Großhandelsbetrieben sind Teil der Planung.

Manchester

(Quelle: Manchester Airport)

Mit dieser räumlichen Konzentration von Luftverkehr und gewerblicher Initiative wird die „Airport City“ zu einem völligen Novum in der britischen Flughafenlandschaft. Vergleichbare Projekte, die Flughafenaktivitäten mit logistischen, gewerblichen und Dienstleistungsangeboten unmittelbar vernetzen, gibt es weder in London noch an anderen Luftfahrtstandorten im Vereinigten Königreich. „Ihr Deutschen habt so etwas im Ansatz am Frankfurter Flughafen; wir planen die Integration von Flugaktivitäten und Luftfahrt-affinen Prozessen im großen Maßstab erstmals hier in Manchester“, verkündet Airportsprecher John Greenway. Kostenpunkt des Gesamtpakets nach heutigem Stand: knapp 800 Millionen Euro.

Laut Greenway werden die Arbeiten noch im laufenden Jahr beginnen. Im ersten Schritt geht es dabei zunächst um infrastrukturelle Erschließungsarbeiten, also die Realisierung von Wegesystemen, die Energie- und Wasserversorgung, um die Zufahrten oder Parkflächen. Dieser Basisabschnitt soll aus Eigenmitteln des Airports finanziert werden. Anders der anschließende Bau von Gebäuden, Hallen, Hotels und Büros, für die Privatkapital akquiriert werden soll. „Das übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten, weshalb wir Finanzinvestoren oder andere kommerzielle Partner zur Umsetzung der Pläne benötigen“, so der Sprecher. Diese sind langfristig angelegt. Bis 2030 – mindestens. Doch schon einige Jahre vorher werde, glauben die Verantwortlichen der Manchester Airport Group (MAG), ihre „Airport City“ sich zu einem wahren Jobmotor entwickeln. Von bis zu 20.000 neuen Arbeitsplätzen ist offiziell die Rede. Das Projekt komme der gesamten nordenglischen Region zugute. Bereits heute generiert die dortige Wirtschaft dank des Flughafens rund 1,2 Milliarden Euro. Nach Realisierung der „Airport City“ soll sich dieser Betrag bis 2030 nahezu verdoppeln, sagt die MAG.

Das Vorhaben, wenn umgesetzt wie geplant, dürfte den Luftfahrtstandort Manchester in die erste Liga der europäischen Airports katapultieren. Noch ist er mit 18,8 Millionen Passagieren (Geschäftsjahr 2010/2011) und rund 120.000 Tonnen ein- oder ausgeladener Luftfracht im internationalen Maßstab kaum eine relevante Größe. Doch die Eigentümer, das sind die Stadt (55 Prozent) und zehn angrenzende Landkreise sowie Grafschaften, wollen ihn neben London Heathrow zu dem führenden Drehkreuz für Reisende und Cargo in Großbritannien machen. Wachsende Verkehrsströme sind dank der beiden Start- und Landebahnen auf lange Sicht kein Problem. Es gibt keine Restriktionen bei den Slots, zudem ist eine der beiden Bahnen rund um die Uhr geöffnet. „Wer bei uns starten und landen will, kann dies zu jeder Tages- oder Nachtzeit tun“, betont Sprecher Greenway. Neben Ferienfluglinien würden dadurch vor allem Frachtairlines und Expressdienste profitieren, die wegen einer Vielzahl zeitkritischer Transporte dringend auf die nächtliche Nutzung des Airports angewiesen seien.

Und noch ein Ziel steht auf der Tagesordnung der MAG: Die Beteiligung an weiteren Flughäfen. Derzeit gehören die britischen Regionalplätze East Midlands, Bournemouth und Humberside zur Manchester-Gruppe. Demnächst könnte Edinburg folgen. Für den zum Verkauf stehenden schottischen Airport hat der britische Nachbar jetzt seinen Hut in den Ring geworfen.